Sprachsteuerung - Google macht das iPhone zum Super-Handy |
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| Geschrieben von: Timo Schmidt |
| Donnerstag, 20. November 2008 um 10:05 Uhr |
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Anfang des Jahres wurde auf der Call Center World callcenterworld.de in Berlin noch darüber spekuliert, wie die Sprachdialogszene am Super-Handy bastelt: Fortschrittliche Mensch-Maschine-Schnittstellen wie Spracherkennung oder Gestensteuerung könnten aus dem Handy eine Steuerzentrale für Online-Inhalte machen und neue Geschäftsmodelle eröffnen: Sprachdialogsysteme sind nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge, ein wichtiger Baustein für das Super-Handy der Zukunft: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären, sofort über Google abrufen würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus”, erklärte Pape in Berlin. Für Google ist die Technologie von entscheidender Bedeutung, um den nächsten Ansturm auf die Werbewelt vorzubereiten. Das Management kommentierte dies mit der Aussage, dass man durch lokale Anfragen beispielsweise höhere Werbekostensätze von Unternehmen aus der Region verlangen könne, obgleich der Verkauf einer solchen Werbeform bisher nicht Bestandteil ihres Portfolios sei. Wie auch bei den übrigen Produkten von Google ist dieser Service für die Nutzer frei verfügbar. Außerdem plant das Unternehmen, den Service später auch anderen Telefonsystemen zur Verfügung zu stellen. „Durch die Aspekte ‘Standort’ und ‘Sprache’ erhöhen wir gegenüber den Werbeträgern den Service-Nutzen auf dramatische Weise,” erklärte Vic Gundotra, Ex-Manager von Microsoft und nunmehr verantwortlich für das Mobile Business bei Google. Gundotra wies darauf hin, dass Google es geschafft hätte, das doppelte Problem der Informationseingabe und der Informationsabfrage für mobile Endgeräte erfolgreich zu lösen. „Diese zwei zusammenhängenden Probleme auf Weltklasse-Niveau zu lösen, ist unser oberstes Ziel“, erklärte Gundotra. Die neue iPhone-Suchmöglichkeit ist nicht das erste Sprachdialog-System von Google. Schon im März hatte das Unternehmen verlauten lassen, dass der Auskunftsdienst GOOG-411 bereits zu einem reellen Produkt herangereift sei. Die Erfahrungswerte und Dateninformationen, die es durch das GOOG-411 gewinnen konnte, wurden für die Entwicklung für das iPhone herangezogen. Die neue Dienstleistung ist nach Expertenmeinung ein gutes Beispiel dafür, wie Google es schafft, elementare Informatik-Forschung mit Produkttechnik zu verbinden. Um dies zu erreichen, wurden einige der besten Spracherkennungs-Forscher der Welt engagiert. Die Teams in New York, London und Mountain View bearbeiten die Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wer von den Suchanbietern das Rennen um die Hoheit beim mobilen Internet gewinnen wird, hängt nach Auffassung von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel www.voicedays.de davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten“. |